|

© Bild:
B. Efinger
Hauptvermessungspunkt
WP 9/116
Am
südlichen Ende des 80 km langen geraden
Limesabschnittes angekommen, stellt sich wie von
selbst die Frage aller Fragen: "Wie gelang den Römern
die technische Meisterleistung dieser schnurgeraden
Strecke - ohne Rücksicht auf das Gelände - mit den
ihnen damals zur Verfügung stehenden Mitteln?"
Unser
Begleiter Lucius Licinius versucht eine Antwort zu
geben:
"Auch ich
bin auf Vermutungen angewiesen, weil ich als Zenturio
der VIII. Legion nicht mit dem Bau des Limes befasst
war. Dies, wie auch die Überwachung der Grenzanlagen,
war Aufgabe der Auxiliareinheiten, auch Hilfstruppen
genannt.
Vermutlich
wurden, um diese Genauigkeit zu erreichen, ausgehend
von festgelegten Endpunkten, den so genannten
Hauptvermessungspunkten erster Ordnung, Zwischenpunkte
in die Verbindungslinie eingefügt [Messpunkte zweiter
Ordnung]. Man konnte
wahrscheinlich kaum anders vorgehen, weil gut die
Hälfte der Strecke bewaldet war und teilweise in
unbegehbarem Gelände lag.
Wahrscheinlich wurden zuerst die vorläufigen Endpunkte des
Streckenabschnittes festgelegt. Dies war der
Wachtposten
9/116 bei Kaisersbach - siehe Bild oben -
und der erste Turm des
Streckenabschnittes 8
WP 8/1 -
siehe Bild unten. Diese Türme weisen eine
ungewöhnliche Größe auf und waren wohl auch höher als
ein normaler Wachtturm."

© Bild:
B. Efinger
Hauptvermessungspunkt
WP 8/1
|