Planungen und Vorhaben am Limes - Teil 2 - Hessen

Main-Kinzig-Kreis:

Ein regionales Informationszentrum Limes im Museum von Großkrotzenburg, drei Limes-Rundwege und eine Projektion des Kastells Rückingen auf Hochhausflächen – auch für den Main-Kinzig-Kreis sind vielfältige Projekte geplant, um dem "Obergermanisch-Rätischen Limes" einen Platz in der Liste des Weltkulturerbes zu sichern. Weitere Pläne sind der Ausbau der Deutschen Limes-Straße, des Limes-Radwegs und des Limes-Wanderwegs.

Großkrotzenburg:

Der 1,9 Kilometer lange Limesrundweg bei Großkrotzenburg soll vom Parkplatz am Museum über das Kastell, Sperranlagen des Limes, Ziegelöfen, Brunnen, Bad und Benefiziarierstation zur Mainbrücke führen. 13 Informationstafeln begleiten den Wanderer.
Im Museum von Großkrotzenburg soll ein regionales Informationszentrum Limes entstehen.
Der 2,2 Kilometer lange Rundweg bei Neuwirtshaus soll aufgewertet werden.
Am Parkplatz "Limes" an der B 8 startend, führt er zu Sperranlagen des Limes, zum Kleinkastell Neuwirtshaus und zur Holz- und Steinturmstelle. Unter anderem ist geplant, das Kleinkastell zu entbuschen und eine Freifläche um die Turmstelle zu schaffen. Beide Strecken sollen "Europäische Kulturwege" werden.

Marköbel:

Bei Marköbel ist ein 2,8 Kilometer langer Rundweg geplant.
Ausgangspunkte sind die Parkplätze "Erlebnisstätte Limes" und "Friedhof". Denkmäler sind Sperranlagen des Limes, eine Rekonstruktion der Palisade, eine römische Straße, Kastell, Bad, Lagerdorf und das Gräberfeld. Zwölf Tafeln geben Ausschluss über geschichtliche Hintergründe. An der "Erlebnisstätte Limes" soll nach Abschluss der Arbeiten im Neubaugebiet ein Informationspavillon entstehen. Für diesen Weg ist eine Einbindung in die Regionalparkroute "Hohe Straße" geplant.

Altenstadt – Limeshain – Hammersbach-Marköbel:

Neue Regionalparkroute „Kulturhistorischer Weg am Limes":

Am Donnerstag, den 19. Oktober 2006, präsentierten der Landrat des Wetteraukreises, R. Gnadl, der Hessische Landesarchäologe Prof. Dr. E. Schallmayer, der Kreisarchäologe Dr. J. Lindenthal, Vertreter des Regionalparkes RheinMain, die Bürgermeister der Gemeinden Altenstadt, Limeshain und Hammersbach-Marköbel sowie Mitarbeiter des Planungsbüros Götte Landschaftsarchitekten den Entwurf des Gesamtkonzeptes der neuen Regionalparkroute von Altenstadt über Limeshain nach Hammersbach-Marköbel.

Thema der Route ist der Limes, die ehemalige Außengrenze des Römischen Reiches, und das damalige Leben der Menschen an dieser Grenze. Und so fand die Präsentation am Limes an der so genannten Drususeiche, benannt nach dem römischen Feldherrn Drusus (39-9 v. Chr.) auf Hammersbacher Gemarkung statt, einer der künftigen Erlebnisstationen am geplanten ca. 9 km langen Wander- und Radweg.

Mit dem neuen Weg werden die beiden bereits bestehenden und beliebten Regionalparkrouten „Hohe Straße" und „Vulkanradweg" miteinander verbunden und der Limesradweg entlang des obergermanisch-raetischen Limes erreicht. Entlang der Strecke von Altenstadt über Limeshain nach Hammersbach-Marköbel werden zehn Erlebnisstationen mit Informationstafeln und außergewöhnlichen Installationen, die sich inhaltlich auf die örtlichen Gegebenheiten beziehen, dazu einladen, inne zu halten und sich aktiv mit der römischen Geschichte zu beschäftigen.
Von Anbeginn wurde die Hessische Landesarchäologie in die Grundkonzeption der Planung des Projektes und die Abstimmungsprozesse einbezogen. Und so betonte der Hessische Landesarchäologe, Prof. Dr. Schallmayer, dass es für ihn außerordentlich erfreulich sei zu sehen, wie viele Elemente des Hessischen Limesentwicklungsplanes unter der konstruktiven Mitwirkung der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen hier erfolgreich miteinander umgesetzt werden.

Der Landrat des Wetteraukreises, R. Gnadl, stellte die kreisübergreifende Koordinierung des Projekt heraus sowie die wichtige, Regionen verbindende Bedeutung innerhalb des Rhein-Maingebietes. Für die drei Gemeinden Altenstadt, Limeshain und Hammersbach-Marköbel, unter deren Federführung das Vorhaben durchgeführt wird, stärkt die Realisierung des Projektes die gute kommunale Zusammenarbeit.

Vorentwurf zur neuen Regionalparkroute mit den Erlebnisstationen (zum Vergrößern bitte hier anklicken)

Somit wird das Welterbe Limes in Hessen durch das gemeinsame Engagement aller Beteiligten – ganz im Sinne der Hessischen Landearchäologie – deutlich aufgewertet. Mit der neuen Regionalparkroute wird ein attraktives Ausflugsziel im Rhein-Maingebiet geschaffen, das die Wanderer und Radfahrer in erholsamer Umgebung Geschichte und Archäologie auf vielfältige Art kurzweilig erleben lässt, was sich nicht zuletzt auch positiv auf das Verständnis und die Akzeptanz für die Denkmalpflege vor Ort auswirken wird.

Quelle: http://www.denkmalpflege-hessen.de/Archaeologie/Welterbe_Limes_in_Hessen/body_welterbe_limes_in_hessen.html#Regionalparkroute

Bei
Neuberg-Ravolzhausen sollen Limes und Turmbereiche mit Hilfe von Tafeln oder künstlerischen Installationen sichtbar werden.

Und für Erlensee, wo die Ruinen des einstige Römische Bades direkt neben Hochhäusern liegen, ist geplant, Tor und Mauer des Kastells Rückingen auf Hochhausflächen in der Kastellstraße zu projizieren. Außerdem soll ein "Römerspielplatz" entstehen.

Wetteraukreis:

Butzbach:

Pressemitteilung: Mit großer Freude wurde die Entscheidung des Welterbekomitees der UNESCO im Rathaus aufgenommen, den Limes in die Stätten von weltweit außergewöhnlichem geschichtlichen Wert aufzunehmen.

Bürgermeister Veith: „Damit gehört nun auch ein Teil von Butzbach zum Weltkulturerbe, etwa wie der Kölner Dom oder die Chinesische Mauer oder z. B. Stonehenge in England. Sicherlich steigt dadurch auch der Bekanntheitsgrad von Butzbach, zumal unserem Streckenabschnitt des Limes an der nördlichen Befestigung des römischen Territoriums eine besondere Bedeutung zukam, da dieser „Brückenkopf“ nach allen Seiten von dem freien Germanien umgeben war und somit eine besonders große Angriffsfläche bot. Entsprechend wurde unser Limesterrain durch 2 Kastelle gesichert.“

Für die Besucherzahlen von Butzbach bedeutet dies sicherlich gute Entwicklungschancen. Daher arbeitet seit geraumer Zeit bereits eine kreisweite Arbeitsgruppe, der u. a. Museumsleiter Dr. Wolf angehört, an der Kenntlichmachung und Unterhaltung der römischen Überreste in unserer Region und an der Realisierung eines römischen Lehrpfades in Butzbach. Durch die Entscheidung, den Limes zum Weltkulturerbe zu erheben, dürfte damit auch ein finanzieller Schub durch das Land verbunden sein.

Veith: „Die Stadt Butzbach pflegt ihr römisches Erbe intensiv seit den Funden der Ausgrabungen im Zusammenhang mit dem Bau der amerikanischen Wohnsiedlung. Im Museum haben wir den Römern eine besondere Abteilung gewidmet.

Durch die Mitgliedschaft der Stadt im landesweit agierenden Verein Limesstraße sind wir auch überörtlich präsent und repräsentiert. Ich habe in Kürze Gespräche mit Herrn Staatssekretär Prof. Dr. Leonhardt aus dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst vereinbart, um unsere Stadt in das Weltkulturerbe Limes einzubringen, zu fördern und entsprechend darzustellen.“

Obermörlen - Glashütten: Limeserlebnispfad Hochtaunus

Das zentrale lokale Gemeinschaftsprojekt im Taunus ist der Limeserlebnispfad, dessen Einrichtung von der Saalburg und dem Naturpark Hochtaunus angeregt wurde. Er soll in den nächsten Jahren in Zusammenarbeit mit Gemeinden, Kreisen und Sponsoren realisiert werden. Nach einem ersten Informationsgespräch im September 2003 hat die Saalburg einen Maßnahmenkatalog erarbeitet für die am Limeserlebnispfad liegenden römischen Objekte nebst voraussichtlichen Kosten. Die Investitionen, die notwendig sind, die Strecke zwischen Glashütten und Ober-Mörlen ins Leben zu rufen, belaufen sich nach der Grobschätzung auf etwa 700.000 Euro. Darin sind noch nicht die mittel- und langfristig notwendigen Maßnahmen zur Aufwertung und besseren Präsentation der römischen Relikte im Taunus enthalten. Der Katalog enthält sämtliche Objekte, die mit dem Limes in Zusammenhang stehen. Deren Konservierung und Aufwertung in einem ersten Schritt ist mit 485.000 Euro veranschlagt.

Flyer: Limeserlebnispfad Hochtaunus

Für die Herrichtung von Wegen und Wegweisern sind 84.000 Euro vorgesehen, für Informations- und Thementafeln an 17 Stationen rund 121.000 Euro. Direkt tangiert vom Limeserlebnispfad sind die Kommunen Glashütten, Schmitten, Oberursel, Neu-Anspach, Bad Homburg, Wehrheim, Friedrichsdorf im Hochtaunuskreis sowie Friedberg und Ober-Mörlen im Wetteraukreis.
Ein Flyer soll in einer Auflage von 10.000 Exemplaren über die einzelnen Stationen des Erlebnispfades informieren, die weiteren Konservierungsschritte beschreiben und anhand einer Karte den gesamten Streckenverlauf darstellen. Die Wanderkarte im Maßstab 1:25 000 ist inzwischen im Kreishaus Europaplatz Friedberg, im Wetterau-Museum Friedberg, auf der Stadtverwaltung Rosbach, im Museum Butzbach, im Museum Echzell und auf der Gemeindeverwaltung Ober-Mörlen erhältlich.

Eine Wanderausstellung ergänzt diese Inhalte und erläutert sie detailliert.

Mit einem Abschluss der Maßnahmen am Limeserlebnispfad ist nicht vor 2009 zu rechnen.

Kapersburg - Kleiner Feldberg

Sanierungs- und Rekonstruktionsmaßnahmen am Limes (die Herrichtung der Kastelle Kapersburg und Kleiner Feldberg) im Rahmen des Kulturinvestitionsprogrammes der Hessischen Landesregierung von 2001-2008.

Saalburg:

2003 wurde mit dem ersehnten Ausbau des der Saalburg zum Archäologischen Park begonnen. Der erste Spatenstich wurde am 3. und 4. Mai 2003 mit einem Aktionswochenende gefeiert.

Nahe beim Eingang im Inneren des Kastells gibt eine Ausstellung mit Tafeln Informationen zum geplanten Bauvorhaben. Mit Fördermitteln aus dem Kulturinvestitionsprogramm der Hessischen Landesregierung sollen in den nächsten Jahren ein neues Museumsgebäude im Kastell, ein römisches Haus im ehemaligen Dorf vor den Toren gebaut und der Bauhof renoviert werden. Mit der Fertigstellung wird für das Jahr 2007 gerechnet, genau 100 Jahre nach der Beendigung des ersten Phase des Wiederaufbaus der Saalburg unter Kaiser Wilhelm II.

Die Erweiterung des Institutsgebäudes, ein Peristylhaus, die Wohnung des Kommandanten [Praetorium], wurde im Sommer 2004 fertig gestellt.

Näheres dazu erfahren Sie durch einen Klick auf das Bild "Bauprojekte".

Bauprojekte im Archäologischen Park

Bauprojekte im Archäologischen Park Saalburg

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