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Bildquelle: Limesmuseum Aalen/B. Efinger
Betritt
der Besucher das Museum durch den Haupteingang, wird
er seine Schritte unweigerlich in den unteren Teil
des Anbaus lenken, um ein Highlight dieses Museums
betrachten zu können, nämlich den
Brunnen,
der bei den Arbeiten zur Erweiterung überraschend
entdeckt worden war.
Der
acht Meter tiefe Brunnen hat einen Durchmesser von
ca. 1,30 m. Er ist gleichmäßig aus Weiß-
und Braunjurasteinen gemauert und sitzt auf einer
massiven hölzernen Brunnenstube aus Eichenbohlen.
Wie
die Untersuchungen ergaben, stammen die Eichenhölzer
etwa aus dem Jahr 200 n. Chr. Die Errichtung dieses
Brunnens - so die Vermutung der Wissenschaftler -
könnte in Zusammenhang mit der Erneuerung einiger
Bauwerke des Alenkastells im Jahr 208 n. Chr. stehen.
Obwohl
die Brunnensohle in eine über 100 Meter tiefe
wasserundurchlässige Schicht eingearbeitet wurde,
füllt er sich ständig. Woher das Wasser
kommt, ist noch unklar. Es kann sich entweder um Wasser
der Oberfläche handeln, das durch die oberen
Seitenwände des Brunnens eintritt und daran hinabrinnt,
oder es kann aus dem Boden des Brunnens hochdrücken.
Nicht
weniger rätselhaft bleibt die Frage, woher die
Römer wussten, dass sie genau an der Stelle graben
mussten, um in dieser Schicht, die wasserundurchlässig
ist, einen ergiebigen Brunnen zu finden.
Schließlich
war die Versorgung von etwa 1000 Pferden und Reitern
der Ala II Flavia miliaria mit sauberem Trinkwasser
wichtig. 32 000 Liter Wasser mussten täglich
zur Verfügung stehen, wenn man mit einem Tagesbedarf
von 30 Litern pro Pferd und zwei Litern pro Person
rechnet.
Zu
diesem Zweck wurden zahlreiche Brunnen im Lager angelegt,
von denen bisher zwei bekannt sind. Der eine befindet
sich im Innenhof des Stabsgebäudes, der andere
an der Hauptlagerstraße direkt hinter dem linken
Lagertor, der sich heute im Anbau des Museums befindet.
Zusätzliches
Wasser wurde überdies aus der Aal gewonnen, die
heute ca. 80 m entfernt von der nordöstlichen
Lagerecke vorbeifließt.
Quelle:
Dr. Rüdiger Krause, Landesdenkmalamt Stuttgart
bzw. Schwäbische Post vom Freitag, 22. 09. 2000
Zur
weiteren virtuellen Tour in den Bereich
des Foyers klicken Sie bitte auf das Bild des Brunnens!
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