Theilenhofen 5 | 6 | Pfofeld

   
 

Rätischer Limes: Gunzenhausen - Weißenburg


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Reiter-Paradehelm von Theilenhofen

Reiter-Paradehelm von Theilenhofen

Das zweite Laubad hatte keine eigene Heizung, sondern wurde vom Caldarium her miterwärmt. Die Trennwand ruhte deshalb auf einzelnen aus Ziegeln aufgebauten Sockeln mit breiten Zwischenräumen, um das Durchstreichen der Warmluft zu ermöglichen. In der Wiederaufmauerung sind diese nicht dargestellt, so dass jetzt die Räume Warmbad und Laubad als ein großer Raum erscheinen. Die geheizten Räume besaßen die römische Fußbodenheizung [Hypokaustum]. Der eigentliche Fußboden lag dazu hohl auf 60-80 cm hohen Pfeilern aus Ziegeln oder Sandstein, zwischen denen die Heißluft durchstreichen konnte. Sie wurde in kaminartig aufeinandergesetzten Hohlziegeln hinter dem Wandputz abgeleitet, wodurch auch die Wände erwärmt wurden. Die Befeuerung erfolgte mit Holz von der Außenseite des Gebäudes her durch Heizkanäle [Praefurnium], die mit einer Eisenklappe verschließbar waren. Die gewünschte Wärme war somit jederzeit regulierbar.

Die Ausstattung des Bades darf man sich durchaus nicht zu einfach vorstellen. Die Räume waren hallenartig, die Wände bemalt mit geometrischen Mustern oder auch Szenen aus der Mythologie, die Fenster verglast. Warmes und kaltes Wasser floss in allen Räumen. Zur Warmwasseraufbereitung diente vermutlich ein Durchlauferhitzer, ein großer Metallkessel, der auf den starken Mauerblöcken an der Außenseite des Caldariums über dem Heizkanal auflag. Dem jetzt restauriertem Badegebäude ging ein älteres Bad voraus, das noch größere Ausmaße hatte und im Norden bis an den Flurbereinigungsweg, im Osten unter den Weiherdamm reichte. Seine ausgegrabenen Reste sind nicht mehr sichtbar. Dieses ältere Bad war vor allem bautechnisch dadurch interessant, dass nur seine geheizten Räume in Stein, die ungeheizten Räume, wie Umkleideraum und Kaltbad, dagegen in Holzbauweise mit mächtigen [bis zu 80 cm im Durchmesser] Kiefernpfosten errichtet waren. Das Bad wurde in den Jahren 1968-70 vom Bayer. Landesamt für Denkmalpflege ausgegraben und 1969-71 vom Landkreis Gunzenhausen restauriert.

Bei einem Wettpflügen kam dieser Helm, der einzige seiner Art, der vollständig  rekonstruierbar war, zum Vorschein. Die archäologische Nachuntersuchung ergab, dass er zusammen mit einem weiteren Helm anderen Typs wohl bei kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Alamannen 233 n. Chr. niedergelegt und verschüttet worden war.

Die drei Kämme mit zentralem Adler und flankierenden Löwen haben neben einem Verzierungscharakter auch die Funktion einer Knautschzone. Die Bogennischen des Stirnbandes zeigen Mars zwischen zwei Feldzeichen, an den Seiten je eine Victoria. Die eingehängten Wangenklappen sind mit einem Adler, der einen Kranz im Schnabel trägt, verziert.

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