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Reiter-Paradehelm von Theilenhofen
Das
zweite Laubad hatte keine eigene Heizung, sondern
wurde vom Caldarium her miterwärmt. Die Trennwand
ruhte deshalb auf einzelnen aus Ziegeln aufgebauten
Sockeln mit breiten Zwischenräumen, um das
Durchstreichen der Warmluft zu ermöglichen. In der
Wiederaufmauerung sind diese nicht dargestellt, so
dass jetzt die Räume Warmbad und Laubad als ein großer
Raum erscheinen. Die geheizten Räume besaßen die
römische Fußbodenheizung [Hypokaustum]. Der
eigentliche Fußboden lag dazu hohl auf 60-80 cm hohen
Pfeilern aus Ziegeln oder Sandstein, zwischen denen
die Heißluft durchstreichen konnte. Sie wurde in
kaminartig aufeinandergesetzten Hohlziegeln hinter dem
Wandputz abgeleitet, wodurch auch die Wände erwärmt
wurden. Die Befeuerung erfolgte mit Holz von der
Außenseite des Gebäudes her durch Heizkanäle [Praefurnium],
die mit einer Eisenklappe verschließbar waren. Die
gewünschte Wärme war somit jederzeit regulierbar.
Die Ausstattung des
Bades darf man sich durchaus nicht zu einfach
vorstellen. Die Räume waren hallenartig, die Wände
bemalt mit geometrischen Mustern oder auch Szenen aus
der Mythologie, die Fenster verglast. Warmes und
kaltes Wasser floss in allen Räumen. Zur
Warmwasseraufbereitung diente vermutlich ein
Durchlauferhitzer, ein großer Metallkessel, der auf
den starken Mauerblöcken an der Außenseite des
Caldariums über dem Heizkanal auflag. Dem jetzt
restauriertem Badegebäude ging ein älteres Bad voraus,
das noch größere Ausmaße hatte und im Norden bis an
den Flurbereinigungsweg, im Osten unter den Weiherdamm
reichte. Seine ausgegrabenen Reste sind nicht mehr
sichtbar. Dieses ältere Bad war vor allem bautechnisch
dadurch interessant, dass nur seine geheizten Räume in
Stein, die ungeheizten Räume, wie Umkleideraum und
Kaltbad, dagegen in Holzbauweise mit mächtigen [bis zu
80 cm im Durchmesser] Kiefernpfosten errichtet waren.
Das Bad wurde in den Jahren 1968-70 vom Bayer.
Landesamt für Denkmalpflege ausgegraben und 1969-71
vom Landkreis Gunzenhausen restauriert.
Bei
einem Wettpflügen kam dieser Helm, der einzige seiner
Art, der vollständig rekonstruierbar war, zum
Vorschein. Die archäologische Nachuntersuchung ergab,
dass er zusammen mit einem weiteren Helm anderen Typs
wohl bei kriegerischen Auseinandersetzungen mit den
Alamannen 233 n. Chr. niedergelegt und verschüttet
worden war.
Die
drei Kämme mit zentralem Adler und flankierenden Löwen
haben neben einem Verzierungscharakter auch die
Funktion einer Knautschzone. Die Bogennischen des
Stirnbandes zeigen Mars zwischen zwei Feldzeichen, an
den Seiten je eine Victoria. Die eingehängten
Wangenklappen sind mit einem Adler, der einen Kranz im
Schnabel trägt, verziert.
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