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Nachbildung des Limestores bei Dalkingen
Imperium Romanum-Ausstellung 2005
Pressemitteilung 18.05.2006
Regierungspräsidium trägt Limestor bei
Rainau-Dalkingen in das Denkmalbuch ein
Das
Regierungspräsidium Stuttgart hat in diesen Tagen
das Limestor bei Rainau-Dalkingen in das Denkmalbuch
eingetragen. Durch die Eintragung wird das Limestor
als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung unter
strengen Schutz gestellt.
Das Limestor am raetischen Limes zwischen Dalkingen
und Schwabsberg wurde bereits 1885 von E. Paulus dem
Jüngeren und E. v. Kallee freigelegt. Aber erst in
den Jahren 1973 und 1974 untersuchte das damalige
Landesdenkmalamt Baden-Württemberg die bis dahin als
Feldwache interpretierte Anlage großflächig und
eingehend. Dabei wurde festgestellt, dass es sich um
ein rechteckiges Gebäude von ca. 13x12 m Grundfläche
mit einer 2,4 m breiten Tordurchfahrt handelt, dem
ältere Holzbauperioden, ein Flechtwerkzaun mit
hölzernem Wachtturm und eine Palisade mit
Holzgebäude vorausgingen.
Der Steinbau zeigt
eine in das Römische Reich weisende, durch
Postamente und Pilaster repräsentativ ausgestaltete
Fassade, deren Rekonstruktion mit einer reich
gegliederten Schauseite sowie Kaiserstatue und
Ehreninschrift an die Architekturgestaltung von
Triumphbögen erinnert. Vor der Schauseite der
Toranlage fanden sich zahlreiche Bruchstücke einer
überlebensgroßen, reich verzierten Panzerstatue aus
Bronze, die einen römischen Kaiser darstellte.
Diese einzigartigen Funde unterstreichen u.a. die
herausragende Bedeutung dieser Anlage und
untermauern die Annahme, dass diese Fassade mit den
Germanenfeldzügen des Kaisers Caracalla im Jahr 213
n. Chr. in Verbindung gebracht werden kann. Zwischen
den Postamenten waren die zurückspringenden Felder
mit einem aufwändigen Netzmauerwerk (opus
reticulatum) aus Kalksintersteinen verkleidet.
Brandspuren im Befund und deren zugehörige Münzen
deuten auf ein Ende des triumphbogenartigen Tores um
234 n. Chr. hin. Die baulichen Überreste des
Limestores wurden 1975 konserviert und sind im
Freilichtmuseum am raetischen Limes zugänglich.
Das Limestor bei
Dalkingen stellt die bislang einzige Toranlage dar,
die in baulichen Überresten am 550 km langen äußeren
obergermanisch-raetischen Limes nachgewiesen werden
konnte. Mit ihrer einzigartigen Ausgestaltung der
Prunkfassade und den zugehörigen Funden ist sie
somit ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung.
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