Rekonstruierter Limeswachtturm bei Erkertshofen
 Das Limesprojekt - Projektbeschreibung

Seiteninhalt:  Projektbeschreibung

Eigentlich hatte sich Webmaster Bernhard Efinger, Latein- und Geschichtslehrer am Hohenlohe-Gymnasium in Öhringen, zum Ziel gesetzt, den rätischen und obergermanischen Limes zwischen Donau und Main nach und nach im Lateinforum [www.lateinforum.de] einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen. Aufgrund verschiedener Limesexkursionen kam ihm der Gedanke, den kompletten Limesverlauf in Wort und Bild darzustellen und dieses Projekt im Internet und auf CD/DVD zu veröffentlichen, zumal der Antrag bei der Unesco gestellt wurde, den Limes zum Weltkulturerbe zu erklären.

Dabei sollen nicht nur die bekannten restaurierten Denkmäler und Museen, sei es die Saalburg bei Bad Homburg oder restaurierte Wachtposten, dokumentiert werden, sondern auch die weniger bekannten, fast unscheinbaren Spuren. Dazu zählen Schutthügel von Wachttürmen oder der Limesverlauf im Gelände. Luftaufnahmen sollen die Bilder, die am Boden mit einer hochwertigen Digitalkamera entstanden und entstehen, ergänzen. 3D-Modelle von Kastellen und anderen Anlagen sollen zur Veranschaulichung beitragen.

Nicht nur Monumente werden beschrieben, sondern mit Ergänzungen aus der Realienkunde und Geschichte versehen, sei es eine Dokumentation über römische Medizinkenntnisse oder die Geschichte Südwestdeutschlands unter der Römerherrschaft. Breiten Raum nimmt verständlicherweise römisches Militärwesen ein: Soldaten mit ihrer Ausrüstung bis hin zur Gliederung des Heeres. Erklärt werden ferner die Limesanlagen, die Funktion des Limes und seine Geschichte bis zum Fall und dem Ende der Römerherrschaft.

Ergänzt wird dieses Projekt durch ein Lexikon der römischen Kaiser und der Mythologie, sowie einem Sach- und Personenregister mit Stichwortverzeichnis.

Den Bogen zur heutigen Zeit schlägt die Darstellung touristischer Ziele im Umfeld des Limes, jenes einzigartigen und erhaltenswerten Bodendenkmals in Europa. Dadurch soll Touristen der Weg zum Limes erleichtert und so das Bewusstsein für ein mögliches Weltkulturerbe gestärkt werden; umgekehrt kann das Umland vom Weltkulturerbe Limes profitieren und Gelder zur Erhaltung oder Restaurierung zur Verfügung stellen.

Für mich als Bürger von Baden-Württemberg ist es selbstverständlich, mit der Dokumentation in diesem Bundesland zu beginnen. Der Limes beginnt und endet jedoch nicht in Baden-Württemberg. Noch vor drei anderen  Bundesländern verläuft durch unser Land der längste Limesabschnitt mit einer Länge von 164 km bei einer Gesamtlänge von ca. 550 km. Das entspricht einem Anteil von 29,8 Prozent. Als einziges Bundesland besitzt Baden-Württemberg die verschiedensten Grenzbefestigungen und hat etliche Besonderheiten an dieser Römergrenze vorzuweisen. Die ist nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, dass damals die Grenze zwischen zwei römischen Provinzen, nämlich Obergermanien [Germania Superior] und Rätien [Raetia] durch unser Land verlief, was nicht unerheblichen Einfluss auf die Ausgestaltung der Grenzanlagen in den beiden Provinzen hatte. 

Bayern mit seinen 158 Kilometer Limes hat einen Anteil von  28,7 Prozent. Durch Hessen verlaufen 152 Kilometer Limes. Dieses Bundesland kommt damit auf einen Anteil von 27,8 Prozent. Nur 75 Kilometer lang ist der römische Grenzwall in Rheinland-Pfalz, etwa 13,7 Prozent.

Ausgangspunkt des Limesprojektes ist Öhringen am Limesabschnitt 9, der von der Jagst bei Jagsthausen bis zum Haghof südlich von Welzheim reicht. Dann folgt die Dokumentation dem Limes in südlicher und dann in östlicher Richtung bis zum Legionslager Eining [Abusina] und Bad Gögging. Nach Bad Gögging - frisch erholt in den Thermen - begeben wir uns auf Tour und folgen den Spuren des Limes über den Main hinweg bis zum Beginn dieses hervorragendsten archäologischen Denkmals in Europa am Rhein bei Rheinbrohl.

Warum gerade in Öhringen. Nun, Öhringen liegt Kirchberg an der Jagst, dem "Sitz des Latein-Forums" am nächsten. Ausserdem lag Öhringen als "Vicus Aurelianus" in der Mitte des von Walldürn bis Welzheim reichenden Vorderen Limes. Die Siedlung ist zudem der einzige Ort am obergermanischen Limes zwischen Rems und Main, dessen antiker Name überliefert ist.

Hier in Öhringen begegnet uns am Hohenlohekrankenhaus der berühmte Arzt [medicus] Pedanius Dioskurides und führt uns durch die Ausstellung im Eingangsbereich des Krankenhaus. Der römische Zenturio Lucius Licinius wird uns danach durch die Kastelle Öhringens und den Limes entlang in südlicher und danach in östlicher Richtung bis nach Bad Gögging führen. Danach kehren wir schnell nach Öhringen zurück und unternehmen die Limesexkursion weiter bis zum Main und zum Rhein.

Etliche Exkursionen zum Limes wurden schon unternommen, die gefahrene Strecke beträgt sicher schon mehr als 5000 km. Technische Geräte mussten und müssen angeschafft werden, von der Digitalkamera bis zum Beamer. Bücher und Kartenmaterial wurden besorgt und werden weiter besorgt. Schriftlicher und telefonischer Kontakt zu Behörden und Privatpersonen fällt finanziell ebenso ins Gewicht wie der Ausdruck von Bildern. CD- und DVD-Brenner belasten das Konto genauso wie Rohlinge oder die Kosten für zwei Internetdomains. Software zur Homepagegestaltung, Bildbearbeitung [Photo-Shop] und 3D-Darstellung sind nicht gerade billig.

Die Ziele in Kurzform:

Darstellung des römischen Limes für die Allgemeinheit im Internet und auf CD-ROM bzw. DVD. Schulen erhalten eine verbilligte Version mit dem Recht, Materialien und Bilder zu übernehmen.

Darstellung römischer Geschichte und Sachkunde für die Allgemeinheit in verständlicher Form. Besonderes Gewicht erhält die Geschichte der Besetzung Baden-Württembergs durch die Römer und die Geschichte danach.

Darstellung von Museen, Römerparks, Lehrpfaden, Wander- und Radwegen.

Darstellung der Limesanlagen vom Wachtposten bis zum großen Kastell ergänzt durch 3D-Modelle.

Darstellung  von Limeshinweisen wie Steine oder Beschilderung.

Darstellung touristischer Sehenswürdigkeiten im Umfeld des Limes.

Erstellen einer Dia-Schau: Limes, Bauwerke, Rekonstruktionen, römisches Militärwesen etc.

Erstellen eines lexikonartigen Personen- und Sachregisters

Kirchberg, 25.08.2002

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