Römische Germanienpolitik 7 | 8 | 9

   
 

80 km Limesfaszination: Die Römer in SW-Deutschland


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Augustus

© Bild: B. Efinger

Augustus - 31 v. Chr. - 14 n. Chr.

Kopie der berühmten Statue des Augustus
von Primaporta im Archäologischen Park Cambodunum

"Mit dem Auftreten von C. Iulius Caesar im Jahre 58 v. Chr. am Oberrhein in der Auseinandersetzung mit dem Sueben Ariovist beginnt die römische Geschichte Südwestdeutschlands. Mit der Eroberung Galliens in den Jahren 58 - 51 v. Chr. wurde damit der Rhein zur Grenzlinie zwischen dem Römischen Reich und den rechtsrheinischen Siedlungsgebieten germanischer Stämme.

Cäsar ließ, um den einfallenden Germanen die Leistungsfähigkeit der Römer zu demonstrieren, wahrscheinlich im Neuwieder Becken, zweimal [einmal im Jahr 55 v. Chr. und einmal im Jahr 53 v. Chr.] eine hölzerne Brücke über den Rhein schlagen. Nach nur wenigen Tagen wurden diese jedoch wieder abgebrochen. 

Cäsar dachte jedoch noch nicht an den Ausbau der römischen Herrschaft in Germanien.  Dies geschah erst unter seinem Adoptivsohn und Nachfolger Augustus.

In den Jahren 17/16 v. Chr. erlitt der Statthalter der Gallia comata M. Lollius gegen die über den Rhein vorgedrungenen Sugambrer, Usipeter und Tenkterer eine Niederlage. Daraufhin wurden 16 - 12 v. Chr. erstmalig römische Truppen am Rhein stationiert.

Kaiser Augustus ließ im Jahre 15 v. Chr. im so genannten Sommerfeldzug durch seine Stiefsöhne Drusus [Drusus Claudius Nero; 38-9 v. Chr.] und Tiberius [Tiberius Claudius Nero; 42 v. Chr. - 37 n. Chr.] die Alpen und das Alpenvorland [die Stammesgebiete der Räter und Vindeliker] bis zur Donau erobern. Zuvor war das Regnum Noricum [Ostalpen] mit der Donau als Nordgrenze dem römischen Imperium bereits friedlich angegliedert worden. Rätien [Raetia] wird römische Provinz.

Das Ziel dieser Expansionspolitik war es sicherlich, den immer wiederkehrenden Unruhen durch die Alpenstämme zu begegnen, um Italien und angrenzende Provinzen zu sichern. Römische Schriftsteller erwähnten Übergriffe der Räter auf die Provinz Gallien und auf das Mutterland Italien.

Heute jedoch wissen wir, dass dieser Feldzug mit der Auftakt zu Augustus´ Germanienpolitik und Weltherrschaftsanspruch war. Ziel war die Unterwerfung Germaniens bis zu Elbe - manches spricht dafür, sogar bis zur Weichsel. Das kurze Stück zwischen Elbe und Donau wäre weitaus besser zu kontrollieren gewesen als der spätere Limes mit 550 km Länge. Mehre römische Schriftsteller [z.B. Tacitus] belegen den Versuch, ganz Germanien bis zur Elbe zu einer Provinz Roms zu machen.

Der Anspruch auf die Weltherrschaft sollte bis ins 2. Jh. n. Chr. maßgebend für die Politik des römischen Imperiums sein."

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