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80 km Limesfaszination: Die Römer in SW-Deutschland


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Der römische Historiker Diodor berichtet:

"Es wälzte sich eine ungeheure Masse heran. Hunderttausende Kimbern und Teutonen mit Waffen waren auf dem Marsch; Scharen von Kindern und Weibern schleppten sie mit sich. Sie waren auf der Suche nach Land, das eine solche Masse ernähren könnte."

Und wie wurden die Römer mit dieser Gefahr fertig?

"Das hatten sie dem Feldherrn Marius zu verdanken. Mehr als 3.000 Kilometer hatten die Kimbern schon zurückgelegt, sieben Jahre waren sie nun auf Wanderschaft.  Im Jahre 113 v. Chr. tauchen sie bei Noreia in Kärnten auf. Die Römer fühlten sich bedroht. Der römische Konsul Carbo ließ die Alpenpässe besetzen, um die Germanen am Durchmarsch nach Italien zu hindern. Als sie dem Konsul versprachen, friedlich weiterzuziehen, bot er ihnen scheinheilig sogar Führer an. Diese lockten die Kimbern jedoch in einen Hinterhalt. Carbos Legionen glaubten, leichtes Spiel mit den naiven Barbaren zu haben. Es kam jedoch anders.

Die erste Schlacht mit den Kimbern und Teutonen haben die Römer nie vergessen: Noch lange fürchteten sie den Furor Teutonicus, das Wüten der Germanen. Der Konsul Carbo büßte seine Hinterlist mit schweren Verlusten. Seine Legionen wurden aufgerieben und flüchteten zersprengt in die Wälder. Aber ausgerechnet ein Gott der Barbaren kam den Römern zu Hilfe. "Furchtlos seien die Germanen". Nur vor Blitz und Donner hatten sie panische Angst. Sie fürchteten, ihr Gott Donar ließe den Himmel einstürzen. Wegen der göttlichen Zeichen ließen sie von den geschlagenen Legionen ab. Rom entging nur knapp einer militärischen Katastrophe.

Nach ihrem Sieg fielen die Kimbern und Teutonen in Gallien ein. Römische Legionen versuchten in einer Schlacht nach der anderen den Zug aufzuhalten. Erfolglos: Zehn Jahre lang verbreiteten die Kimbern und Teutonen Angst und Schrecken im Römischen Reich. Erst als der Treck sich teilte, gelang es dem Konsul Marius 102 vor Christus die Teutonen bei Aquae Sextiae (Aix-en-Provence) zu vernichten.

Die Kimbern aber zogen wieder über die Alpen. Ihr Ziel nach über 7000 Kilometern Fußmarsch war die fruchtbare Poebene. 19 lange Jahre waren sie schon unterwegs. Nun waren sie bereit, dem Römischen Reich als Soldaten zu dienen. Vom Senat erbaten sie für ihre Söldnertätigkeit eine Heimat. Die Römer jedoch hatten die Niederlage von Noreia nicht vergessen. Marius hatte inzwischen die Armee reformiert. Die Furcht vor den Barbaren war gewichen. Die Römer nahmen Rache. Zehn römischen Legionen stand ein kimbrischer Kampfverband mit über 100.000 Fußsoldaten und Reiterkriegern gegenüber.

Der Kampf endete in einem Desaster für die Kimbern. Wer nicht im Kampf gefallen war, tötete sich selbst mit seinem Schwert oder erhängte sich. Sie wollten nicht im Triumphzug durch Rom geführt werden und nicht in der Sklaverei enden.

Marius ließ sich als der Retter Roms feiern. Das Volk der Kimbern aber, das auf der Suche nach einem besseren Leben aus dem Norden ausgewandert war, wurde im Jahre 101 vor Christus in der Schlacht von Vercellae ausgelöscht. "

 

 
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