Römer in Germanien 9 | 10 | 11

   
 

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Paradehelm - Kalkriese

Der sensationellste Fund in Kalkriese, dem Ort der Varus-Schlacht:
Die Parademaske eines römischen Offiziers.
Der frühere Besitzer kann sie nur im Kampf verloren haben.

"Als die Römer frech geworden" ...

"Im Jahr 5 nach Christi Geburt war Germanien bis zur Elbe [Germania Magna - Großgermanien] wahrscheinlich eine römische Provinz mit der Hauptstadt Köln [Oppidum Ubiorum - Ubierstadt]. Ara Ubiorum - der Altar der Ubier - in Köln war nach gallischem Vorbild geistiger Mittelpunkt dieser germanischen Provinz.

Die unter Augustus anfangs siegreichen Feldzüge gegen Germanien fanden jedoch 9 n. Chr. mit der Niederlage des P. Quinctilius Varus im sog. Teutoburger Wald ein vorläufiges Ende. Heute sind sich die Historiker so gut wie sicher, dass diese Schlacht bei Kalkriese in der Gegend von Osnabrück stattfand. Unter der Führung des Cheruskers Arminius hatten damals germanische Stämme die 17., 18., 19. Legion, drei Reiter- und sechs Infanterieeinheiten [Kohorten] vernichtet.

Nach Cassius Dio, der als zuverlässig gilt, spielte sich damals folgendes ab:
Varus erhielt, als er sich bei den
Cheruskern an der Weser aufhielt, die Schreckensmeldung über einen geographisch entfernten Unruheherd. Varus sollte mit den oben erwähnten Legionen gegen diese Unruhestifter zu Felde ziehen. Immer wieder standen die Soldaten vor gewaltigen Schwierigkeiten. Die Truppen mussten Berge und Schluchten überwinden, Bäume fällen, Wege anlegen, bis sie in den von den Germanen aufgebauten Hinterhalt gerieten. Dazu kam starker Regen und Sturm.

Plötzlich sahen sich die Römer von allen Seiten umzingelt. Zuerst schossen sie nur aus der Ferne, dann aber, als niemand sich wehrte und viele verwundet wurden, rückten sie näher an die Gegner heran. Der größte Nachteil für die Truppen des Varus war, dass sie in keiner festen Ordnung, sondern im Durcheinander mit Wagen und Unbewaffneten marschierten. Somit entfiel die fast unschlagbare Formation, die bei den Römern in offener Feldschlacht immer wieder ihre Stärke bewiesen hatte. Vier Tage lang wiederholte sich das Wechselspiel von Lager und Marsch, teilweise unter heftigem Regen. Immer mehr lichteten sich die Reihen der Römer.

Lassen wir Cassius Dio hier selbst zu Wort kommen:

"So konnten die Barbaren ihre Gegner leichter umzingeln und niedermachen. Varus und die übrigen hohen Offiziere erfasste darüber Angst, sie möchten entweder lebendig in Gefangenschaft geraten oder von ihren grimmigsten Feinden getötet werden - sie waren alle ja schon verwundet - , und das ließ sie eine zwar schreckliche, aber notwendige Tat wagen: Sie begingen Selbstmord.

Als sich die Kunde davon verbreitete, leistete vom Rest der Leute, selbst wenn er noch bei Kräften war, auch nicht einer mehr Widerstand, vielmehr ahmten die einen das Beispiel ihres Feldherrn nach, während die anderen selbst ihre Waffen wegwarfen und sich vom nächst besten niedermachen ließen; denn Flucht war unmöglich, wie sehr sie einer auch ergreifen wollte.

Und so wurde jeder Mann und jedes Pferd, ohne dass man Gegenwehr fürchten musste, niedergehauen...."

[Cass. Dio 56, 21.5 22,2]

21 000 Soldaten und mindestens eben so viele Menschen von Tross und Zivilisten fanden den Tod.

"Quinctili Vare, legiones redde! - Quinctilius Varus, gib mir meine Legionen wieder" soll Kaiser Augustus immer wieder verzweifelt ausgerufen haben. Die Legionsbezeichnungen 17 bis 19 wurden nie wieder vergeben."
 

 

 
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