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Der sensationellste Fund in Kalkriese, dem Ort der
Varus-Schlacht:
Die Parademaske eines römischen Offiziers.
Der frühere Besitzer kann sie nur im Kampf verloren haben.
"Als
die Römer frech geworden" ...
"Im
Jahr 5 nach
Christi Geburt war Germanien bis zur Elbe [Germania
Magna - Großgermanien] wahrscheinlich eine römische
Provinz mit der Hauptstadt Köln [Oppidum Ubiorum -
Ubierstadt]. Ara Ubiorum - der Altar der Ubier - in
Köln war nach gallischem Vorbild geistiger Mittelpunkt
dieser germanischen Provinz.
Die unter Augustus anfangs siegreichen Feldzüge
gegen Germanien fanden jedoch 9 n. Chr. mit der
Niederlage des P. Quinctilius Varus im sog.
Teutoburger Wald ein vorläufiges Ende. Heute sind sich
die Historiker so gut wie sicher, dass diese Schlacht
bei
Kalkriese in der Gegend von Osnabrück stattfand.
Unter der Führung des
Cheruskers Arminius hatten
damals germanische Stämme die 17., 18., 19. Legion,
drei Reiter- und sechs Infanterieeinheiten [Kohorten] vernichtet.
Nach
Cassius Dio, der als zuverlässig gilt, spielte sich
damals folgendes ab:
Varus erhielt, als er sich bei
den
Cheruskern
an der Weser aufhielt, die Schreckensmeldung über
einen geographisch entfernten Unruheherd. Varus sollte
mit den oben erwähnten Legionen gegen diese
Unruhestifter zu Felde ziehen. Immer wieder standen die Soldaten vor gewaltigen Schwierigkeiten.
Die Truppen mussten Berge und Schluchten überwinden,
Bäume fällen, Wege anlegen, bis sie in den von den
Germanen aufgebauten Hinterhalt gerieten. Dazu kam
starker Regen und Sturm.
Plötzlich sahen sich die Römer von allen Seiten
umzingelt. Zuerst schossen sie nur aus der Ferne, dann
aber, als niemand sich wehrte und viele verwundet
wurden, rückten sie näher an die Gegner heran. Der
größte Nachteil für die Truppen des Varus war, dass
sie in keiner festen Ordnung, sondern im Durcheinander
mit Wagen und Unbewaffneten marschierten. Somit
entfiel die fast unschlagbare Formation, die bei den
Römern in offener Feldschlacht immer wieder ihre
Stärke bewiesen hatte. Vier Tage lang wiederholte sich
das Wechselspiel von Lager und Marsch, teilweise unter
heftigem Regen. Immer mehr lichteten sich die Reihen
der Römer.
Lassen
wir Cassius Dio hier selbst zu Wort kommen:
"So
konnten die Barbaren ihre Gegner leichter umzingeln
und niedermachen. Varus und die übrigen hohen
Offiziere erfasste darüber Angst, sie möchten entweder
lebendig in Gefangenschaft geraten oder von ihren
grimmigsten Feinden getötet werden - sie waren alle ja
schon verwundet - , und das ließ sie eine zwar
schreckliche, aber notwendige Tat wagen: Sie begingen
Selbstmord.
Als
sich die Kunde davon verbreitete, leistete vom Rest
der Leute, selbst wenn er noch bei Kräften war, auch
nicht einer mehr Widerstand, vielmehr ahmten die einen
das Beispiel ihres Feldherrn nach, während die anderen
selbst ihre Waffen wegwarfen und sich vom nächst besten
niedermachen ließen; denn Flucht war unmöglich, wie
sehr sie einer auch ergreifen wollte.
Und so
wurde jeder Mann und jedes Pferd, ohne dass man
Gegenwehr fürchten musste, niedergehauen...."
[Cass.
Dio 56, 21.5 22,2]
21 000
Soldaten und mindestens eben so viele Menschen von Tross
und Zivilisten fanden den Tod.
"Quinctili
Vare, legiones redde! - Quinctilius Varus, gib mir
meine Legionen wieder" soll Kaiser Augustus immer
wieder verzweifelt ausgerufen haben. Die
Legionsbezeichnungen 17 bis 19 wurden nie wieder
vergeben."
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