|

© Bildquelle:
Kastellbad Osterburken/B.Efinger
Osterburken -
Weihealtar eines Benefiziariers
Im Kirnautal, wo
heute der alte Stadtkern von Osterburken liegt, befand
sich in römischer Zeit das
Lagerdorf. Nachdem dort
Gebäude wegen Überschwemmung nicht mehr gehalten
werden konnten, wurde das Gelände zum Weihebezirk von Benefiziariern.
Weil auch der
Weihebezirk vom Hochwasser heimgesucht wurde, standen
die späteren Weihesteine erhöht auf angeschwemmtem
Boden. Die Altarsteine, die teils kunstvoll verziert
und durchweg wohl erhalten waren, standen angeordnet
in sieben Reihen. Gewidmet waren sie hauptsächlich den
wichtigsten römischen Göttern: Jupiter, Juno, Mars und
Fortuna. Aufgestellt wurden die Weihesteine in den
Jahren 174 bis 205 n. Chr.
Die Steine aus den
Jahren 212 - 238 n. Chr. waren zum Bau der alten
Kilianskirche verwendet worden. Als die alte Kirche
1970 einem Neubau weichen musste, kamen diese
Weihesteine zum Vorschein.
Stifter der
Weihesteine waren Benefiziarier, die von der 3. Legion
aus
Regensburg, der 8. Legion aus Straßburg und der
22. Legion aus Mainz nach Osterburken abkommandiert
waren.
Lucius Licinius
erklärt uns den Begriff Benefiziarier:
"Benefiziarier waren
ausgesuchte Legionssoldaten, die zu besonderen Zwecken
von ihrer Stammeinheit für ein halbes oder ein ganzes
Jahr abkommandiert und nur dem Legionskommandeur
unterstellt waren. Als eine Art "Militärpolizei"
hatten sie vor allem
die Aufgabe der Betreuung und Aufsicht der strategisch
wichtigen Fernstraßen. Postiert waren sie in
Wachtposten an den bedeutenden Nachschubrouten und
Fernstraßen. Sie überwachten ferner den
grenzüberschreitenden Fernhandel und erfüllten
neben nachrichtendienstlichen auch administrative Aufgaben
in Zusammenhang mit der Abfertigung und Kontrolle des
Warenzolls auf Landstraßen."

Versuch
der Rekonstruktion des
Benefiziarier-Weihebezirks in Osterburken
Links:
|