Osterburken 8 | 9 | 10a

   
 
80 km Limesfaszination: Osterburken


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Benefiziarier-Weihestein

© Bildquelle: Kastellbad Osterburken/B.Efinger

Osterburken - Weihealtar eines Benefiziariers

Im Kirnautal, wo heute der alte Stadtkern von Osterburken liegt, befand sich in römischer Zeit das Lagerdorf. Nachdem dort Gebäude wegen Überschwemmung nicht mehr gehalten werden konnten, wurde das Gelände zum Weihebezirk von Benefiziariern.

Weil auch der Weihebezirk vom Hochwasser heimgesucht wurde, standen die späteren Weihesteine erhöht auf angeschwemmtem Boden. Die Altarsteine, die teils kunstvoll verziert und durchweg wohl erhalten waren, standen angeordnet in sieben Reihen. Gewidmet waren sie hauptsächlich den wichtigsten römischen Göttern: Jupiter, Juno, Mars und Fortuna. Aufgestellt wurden die Weihesteine in den Jahren 174 bis 205 n. Chr.

Die Steine aus den Jahren 212 - 238 n. Chr. waren zum Bau der alten Kilianskirche verwendet worden. Als die alte Kirche 1970 einem Neubau weichen musste, kamen diese Weihesteine zum Vorschein.

Stifter der Weihesteine waren Benefiziarier, die von der 3. Legion aus Regensburg, der 8. Legion aus Straßburg und der 22. Legion aus Mainz nach Osterburken abkommandiert waren.

Lucius Licinius erklärt uns den Begriff Benefiziarier:

"Benefiziarier waren ausgesuchte Legionssoldaten, die zu besonderen Zwecken von ihrer Stammeinheit für ein halbes oder ein ganzes Jahr abkommandiert und nur dem Legionskommandeur unterstellt waren. Als eine Art "Militärpolizei" hatten sie vor allem die Aufgabe der Betreuung und Aufsicht der strategisch wichtigen Fernstraßen. Postiert waren sie in Wachtposten an den bedeutenden Nachschubrouten und Fernstraßen. Sie überwachten ferner den grenzüberschreitenden Fernhandel und erfüllten neben nachrichtendienstlichen auch administrative Aufgaben in Zusammenhang mit der Abfertigung und Kontrolle des Warenzolls auf Landstraßen."

Benefiziarier Weihebezirk Osterburken

Versuch der Rekonstruktion des
Benefiziarier-Weihebezirks in Osterburken

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