Niederbieber 7 | 8 | Exkurs: Heddesdorf

   
 
Obergermanischer Limes - Niederbieber


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Neuwied-Niederbieber - Modell des Kastellbades

Neuwied-Niederbieber - Modell des Kastellbades,
das mit etwa 67,00 x 21,00 m eine erstaunliche Größe besaß

 

© Bild: B. Efinger

Streckenabschnitt 1 - Niederbieber

Landkreis Neuwied - NR

Neuwied-Niederbieber

Mit der Eroberung des Kastells ist mit großer Sicherheit auch das Bad, das 1986 in einer Grünanlage in seinen Fundamenten gesichert und zugänglich gemacht wurde, teilweise zerstört worden. Allerdings waren es nicht die Franken, welche die römische Anlage - wie einst die Römer Karthago - schleiften. Nach dem Untergang des Kastells diente das mächtige Mauerwerk späteren Generationen als gern gesehener Steinbruch bei der Errichtung von Gebäuden. Noch im 19. Jh. existierte eine ansehnliche Ruine des Kastells, vor allem der umgebenden Wehrmauer und selbst in den 1960er Jahren wurden noch ansehnliche Mauerstücke gefunden.

 

Obwohl die Kastellanlage im 20. Jh. überbaut wurde, liegen zwischen den Häusern noch ungestörte Überreste, welche weiterhin eine lohnende Fundgrube für die Geschichtsforschung darstellen. Bei entsprechenden Bauvorhaben müssen Befunde archäologisch dokumentiert werden. Deshalb ist das gesamte Areal des Kastells seit 1984 als Grabungsschutzgebiet ausgewiesen.

 

In Niederbieber erinnern neben den rekonstruierten Grundmauern des Bades und des Nordtores des Kastells auch ein kleines, wieder errichtetes Mauerstück mit einer Gedenktafel an der Burgstraße zwischen den Hausnummern 38 und 44 an die römische Vergangenheit. Darüberhinaus halten Straßennamen wie Römerstraße, Im Römerkastell, Auf der Alten Burg, Burgstraße, Ringmauer und Am Limes die Erinnerung an die Zeit der damaligen römischen Besetzung wach. So folgt die heutige Kastellstraße über eine Strecke der einstigen Via Principalis, der Hauptstraße des Lagers.

 

Ein Besuch lohnt sich. Ein Modell des Kastellbades und die Informationstafeln hinterlassen zusammen mit den Rekonstruktionen einen bleibenden Eindruck von der einstigen Bedeutung der Militäranlage in Neuwied-Niederbieber.

 

Allein die Funde aus dem Kastell und Lagerdorf lassen darüberhinaus einen Besuch im Kreismuseum Neuwied lohnenswert erscheinen. Wer allerdings die Drachenstandarte, die Zierscheibe eines Feldzeichens der Cohors VII Raetorum equitata oder den Reiterhelm im Original sehen will, sollte einen Besuch im Rheinischen Landesmuseum Bonn einplanen.

 

Bequem lässt sich das Kastellbad und das Nordtor des Kastells über die Mels-bacher Straße erreichen. Das durch Hinweisschilder gut ausgezeichnete Römer-bad liegt westlich der Melsbacher Straße zwischen den Straßen "Am Limes" und "Auf der Alten Burg".

 

 

 

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