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Limestour: Limesanlagen - Kastelldörfer


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Kastelldorf - Rekonstruktionszeichnung

Rekonstruktionszeichnung eines Kastelldorfes
Bildquelle: Infotafel Jagsthausen

Kastelldörfer - Vici

Unter dem Schutz der Kastelle entwickelten sich sehr schnell blühende Siedlungen [vici], in denen sich Angehörige der Auxiliarsoldaten, Händler und Handwerker niederließen. Dabei brachten die Römer ihre Wohnkultur in die germanischen Provinzen.

Mit der schmalen Seite zur Straße gewandte, einfache, lang gestreckte und eng nebeneinander liegende Gebäude, sogenannte Streifenhäuser, bildeten einen "Vicus". In der Regel gehörte zu jedem Gebäude ein Kellerraum; in späterer Zeit wurden einige Räume der Gebäude mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Brunnen mit Handpumpen lieferten das zum Leben notwendige Wasser.

Überdachte Bürgersteige zogen sich in der Regel vor den Gebäuden der Ansiedlung hin, Gärten und Höfe lagen hinter den Häusern, die für einen landwirtschaftlichen Betrieb nicht geeignet waren; dazu dienten die Gutshöfe [villa rustica - s. Hechingen-Stein].

Die Bewohner lebten vor allem vom Handwerk, vom Handel und vom Verkehr der Sraßen, nebenbei betrieben sie noch Kleintierhaltung (Hühner, Gänse, Enten, Schweine) und zum Eigenbedarf Gartenbau. Im Kastelldorf dienten Märkte als Umschlagplatz für die Erzeugnisse der Handwerker und der Gutshöfe. Neben einer Herberge [taberna] boten die Handwerker ihre mannigfachen Dienste an: Reparaturen an Kleidern, Sandalen und Wagen.

Nebenbei verkauften sie ihre selbst hergestellten Produkte aus Holz, Glas, Leder oder Metall. Händler boten ihre Waren an: Kleidung, Stoffe, Tongeschirr und Delikatessen, Fischsaucen, Gewürze, Keramikwaren, Kunstwerke, Salz, Schmuck, Öl aus fernen Ländern. Das Angebot ergänzten neben Kneipen Barbier- und Transportdienste.

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