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Limestour: Limesanlagen - Kastellbäder


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Kastellbad Theilenhofen

© Bild: B. Efinger

Kastellbad Theilenhofen

Kastellbäder

Wie jede römische Stadt mindestens ein Badehaus [Therme] besaß, so konnte ein Kastell mit dem Kastelldorf [vicus] oder gar ein Gutshof erst recht nicht auf den Luxus einer Badeanlage verzichten.

Für die Römer war das Baden aus hygienischen Gründen sehr wichtig. In den Thermen wusch und erholte man sich nicht nur, sondern betätigte sich auch sportlich, traf Freunde und besprach geschäftliche oder politische Angelegenheiten.

Der Philosoph Seneca beschreibt einen Badebetrieb in Baiae folgendermaßen:

"Von allen Seiten umgibt mich Getöse aller Art; meine Wohnung liegt nämlich über der Badeanstalt. Stell Dir jetzt alle möglichen Stimmen vor, die es dazu bringen können, dass man die eigenen Ohren verflucht! Wenn diejenigen, die Krafttraining machen und die Hanteln hin und her schwingen, wenn sie sich entweder wirklich mühen oder nur so tun - dann höre ich ihr Stöhnen, sobald sie den Atem, den sie angehalten haben, wieder ausstoßen. Ich höre ein Zischen und angestrengtes, lautstarkes Atmen. Wenn ich an einen gerate, der träger ist und sich mit einer ganz gewöhnlichen Massage zufrieden gibt, dann höre ich, wie die Hand des Masseurs auf die Schultern klatscht. Ob sie nun hohl oder flach auf den Körper trifft - jedesmal klingt es anders. Wenn aber noch ein Ballspieler dazu kommt, der seine Treffer laut zählt, dann ist es ganz aus. Denk Dir jetzt noch einen Streithammel und einen Strolch, den man gerade bei einem Diebstahl erwischt hat, und einen, der sich gerne im Bad singen hört; stell Dir dazu noch diejenigen vor, die so ins Wasser springen, dass es richtig klatscht. Nun all deren Stimmen sind wenigstens natürlich. Aber stell Dir nun einen Haarauszupfer vor, der seine dünne und kreischende Stimme geradezu herausquetscht, damit man ihn hört. Nie ist er still - nur, wenn er einem die Haare unter den Achseln auszupft und diesen zwingt, an seiner Stelle zu schreien..."

Die öffentlichen Thermenanlagen in den germanischen Provinzen waren häufig Bäder des Militärs, welche mit der Anlage der Limeskastelle weite Verbreitung fanden. Sie waren oft als reine Zweckbauten für die Soldaten und die Zivilbevölkerung der Kastelldörfer angelegt. Deshalb waren sie nicht sehr luxuriös ausgestattet und befanden sich in der Regel außerhalb der Kastellanlagen.

Im Gegensatz dazu waren die Bäder der Legionen dem Militär vorbehalten, sie befanden sich daher innerhalb der Legionslager. Allerdings besaßen größere Städte in den Provinzen nach dem Vorbild Roms eigene öffentliche Bäder, die bekanntesten sind die Kaiserthermen in Trier oder die Thermen in Baden-Baden.

Im Gegensatz zu Rom fanden sich in den Provinzen mehr Privatbäder. Dies lag wohl daran, dass das vielfältige Angebot an öffentlichen Thermen in Rom den Besitz von Privatbädern nahezu überflüssig machte.

Das Bad am Nachmittag war nicht nur für die Gestaltung der Freizeit, sondern vor allem für die Hygiene und Gesundheit der Soldaten, die in den engen Stuben der Mannschaftsbaracken lebten, von großer Bedeutung.

Die Bäder bei den Kastellen waren in der Regel Reihenbäder. Diese Art hatte sich im 2. Jh. v. Chr herausgebildet. Es diente als öffentliches Reinigungsbad und war oft Teil einer Heil- oder Sportanlage. Die einzelnen Räume wie Tepidarium [Bad mit lauwarmem Wasser], Caldarium [Bad mit heißem Wasser] und Frigidarium [Bad mit kaltem Wasser] waren hintereinander angelegt, so dass die Besucher hin und zurück denselben Weg gehen mussten. Deshalb kam es oft zu Gedränge. Reihenbäder existierten bis zum Untergang des römischen Reiches.

Nähere Einzelheiten zu Bädern bieten die Seiten meines Lateinforums unter dem Link http://www.lateinforum.de/limes/biric2.htm

 


 

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