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Limestour: Der Limes - Teil 1
   


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Limeshinweis im Schwäbisch-Fränkischen Wald bei Kaisersbach

© Bild: B. Efinger

Hinweis auf den Limesverlauf in Form eines römischen Meilensteines
bei
Kaisersbach im Schwäbisch-Fränkischen Wald

Weltkulturerbe Römischer Limes - ein Stück Geschichtsbewusstsein zum Anfassen

Kastelle, Türme, Wälle, Palisaden

Der Limes, das größte archäologische Kulturdenkmal Europas ist 548 km lang und über 1900 Jahre alt. Die einstige Grenzbefestigung des Römischen Reiches erstreckte sich mit etwa 900 Wachttürmen und ca. 60 größeren und noch einmal etwa 60 kleineren Kastellplätzen zwischen Rheinbrohl am Rhein über den Westerwald, den Taunus, die Wetterau, den Odenwald, die Schwäbische Alb und das Altmühltal bis nach Hienheim bzw. Eining an der Donau. Das frühere Grenzgebiet der Römer lässt sich heute bequem mit dem Auto [Deutsche Limes-Straße] und mit dem Rad [Limes-Radweg] bzw. auf dem Limeswanderweg per pedes [zu Fuß] erkunden. Besonders gut erhaltene Abschnitte findet man im Westerwald und Taunus, wo das einzige vollständig rekonstruierte Kastell, die Saalburg, steht.

 

Die Vorgeschichte des Limes beginnt mit den Kriegen des römischen Kaisers Domitian, der von 81-96 n. Chr. regierte, gegen die Vorfahren der heutigen Hessen, die Chatten, von 83 – 85 n. Chr. Sein Ziel war die endgültige Besetzung der fruchtbaren Wetterau, der Kornkammer Hessens. Um das Jahr 85 n. Chr. ließ Domitian offiziell die Provinzen Germania superior [Obergermanien] und Germania inferior [Untergermanien] ausrufen. Zuvor schon hatte Tiberius Flavius Vespasianus, Kaiser von 69 bis 79 n. Chr., in den Jahren 74/75 n. Chr. das Gebiet zwischen dem Schwarzwald und der Wetterau besetzt. Kaiser Traian [98 – 117 n. Chr.] ließ schließlich um 100 n. Chr. zum Schutz vor möglichen Einfällen von Germanen erste Patrouillenwege entlang der Grenze anlegen. Dies gilt als der eigentliche Beginn des planmäßigen Ausbaus des Limes. Anfangs handelte es sich um eine von hölzernen Türmen aus überwachte Schneise. Deshalb wurden Kastelle im Hinterland geräumt und Truppen direkt an die Limeslinie verlegt. Gegen Ende seiner Regierungszeit ließ Trajan den Odenwaldlimes errichten. Somit trat der gesamte Limes jetzt als geschlossene Grenzlinie in Erscheinung.

 

Ab 120 n. Chr. kamen dann unter Kaiser Hadrian [117–138 n. Chr.] Palisaden aus Eichenholzstämmen zu den Schneisen hinzu, welche den Postenweg zusätzlich sicherten und die Grenzlinie wie eine hölzerne Mauer schlossen. Somit war es möglich, Zoll für Waren zu erheben, Warenströme zu kontrollieren und Zuwanderungen zu regulieren. Um die Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. wurde die Grenzlinie unter Kaiser Antoninus Pius [138–161 n. Chr.] ein letztes Mal vorverlegt, der "Vordere Limes" zwischen Main und Rems wurde errichtet. Der endgültige Limesverlauf stand damit für immer fest.

 

Die Holztürme wurden nun am gesamten Limes durch Steintürme ersetzt und dort, wo es nötig war, ergänzt. Am vorderen Limes wurden die Türme gleich in Steinbauweise errichtet und erneut wurde ein Palisadenzaun gezogen. In der Provinz Obergermanien wurden gegen 180 n. Chr. als Ersatz für die verfallene Palisade Wall und Graben angelegt. In der Provinz Rätien dagegen wurde anstelle der Palisade bzw. des Holzzaunes eine steinerne Mauer von etwa drei Metern Höhe und einer Stärke von 1,00 bis 1,20 m errichtet und die Türme wurden in den Mauerverlauf integriert.

 

Der Limes diente weniger der Abwehr der germanischen Stämme, war also keine Verteidigungslinie, sondern vielmehr die überwachte Markierung einer Grenze zwischen dem Römischen Reich [Imperium Romanum] und dem freien Germa-nien. Darauf weist allein schon die Tatsache hin, dass durchschnittlich nur etwa 50 Soldaten pro km am Limes stationiert waren.

 

Diese Grenzlinie schützte römisches Gebiet vor räuberischen Überfällen, hier kontrollierten die Römer den grenzüberschreitenden Handelsverkehr, der eine wichtige wirtschaftliche Grundlage für das Limeshinterland darstellte. Durch viele Durchgänge im Limes führten alte Handelswege aus den römischen Provinzen in das freie Germanien und umgekehrt. Einen ausgeprägten Handel mit den Germa-nen belegen archäologische Funde, die in Gebieten jenseits des Limes entdeckt wurden.

 

Ursprünglich bedeutete das Wort Limes [limes, itis m.] eine Bahn oder einen Weg, der etwas durchquert, gebahnter Weg, breite offene Bahn. Einen Feldweg bezeichnete das Wort "limes" in der römischen Landwirtschaft, insbesondere einen Weg, der die Besitzgrenze zwischen zwei Grundstücken bildete. Vorläufer des späteren Limes waren im militärischen Bereich Grenzwege oder Schneisen im Wald, die von römischem Gebiet aus in das Feindesland, besonders in Wald- und Gebirgsgegenden, vorangetrieben wurden und zur besseren Überwachung der Grenze dienten.

 

Besonders eindrucksvoll ist der etwa 80 km lange, schnurgerade Abschnitt des obergermanischen Limes von Walldürn bis zum Haghof südlich von Welzheim. An diesen "obergermanischen Limes" schloss sich in einer Biegung nach Osten der "rätische Limes" [Limes Raetiae] bis zur Donau bei Hienheim an, gesichert durch die rätische Mauer, im Volksmund auch Teufelsmauer oder Heidenmauer genannt.  

 
   


 

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