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Limestour: Limesanlagen - Kohortenkastelle


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Vermesser mit der Groma

Römischer Vermesser mit der Groma

3. Kohortenkastelle mit etwa 500 Mann Besatzung

Castellum, castra und castrum waren in der Antike die Bezeichnungen für einen befestigten, militärischen Ort. Praesidium bzw. castellum lautete der Name der wichtigsten Bauwerke am Limes, in denen die Hilfstruppen untergebracht waren. Sie entstanden nach dem Vorbild der großen Legionslager [castra], wie sie die Legionen am Rhein errichtet hatten. Diese wiederum hatten sich aus den Marschlagern der römischen Legionen entwickelt. Nach ihren Märschen waren es die römischen Soldaten gewohnt, täglich ein Lager zu errichten.

Unter Führung eines Tribunen wurde ein günstiger Platz für das Lager von einem Vermessungstrupp [metatores, agrimensores] ausgesucht. Dabei wurde ein leicht erhöhtes Gelände bevorzugt, das einen weiten Ausblick bot und das gut verteidigt werden konnte. Des weiteren musste auf die Wasser-, Holz- und Grünfutterversorgung geachtet werden.

Zuerst markierten Feldmesser [agrimensores] den Ort des Stabsgebäudes [principia] mit einer weißen Fahne und bestimmten die Himmelsrichtung des Ausfalltores [porta praetoria]. Dann stellten sie vor dem Stabsgebäude in der Mitte der späteren Lagerhauptstraße [via principalis] das Visierinstrument [groma] auf.

Die antike Apparatur war eine recht einfache Konstruktion. An einer Stange war waagerecht ein Holzkreuz angebracht, an dessen Enden 4 Lote befestigt waren. Über die Lote ließen sich rechte Winkel abstecken und Linien fluchten.

Mit der Groma wurden nun die beiden Hauptlagerachsen eingemessen: der Cardo maximus (Nord-Südrichtung) und der Decumanus maximus (Ost-Westrichtung). Daraufhin wurden diese Achsen mit verschiedenfarbigen Fahnen ausgesteckt.

Auf den beiden Hauptlagerachsen, die sich im rechten Winkel vor dem Kommandanturgebäude kreuzten und später zu den Hauptlagerstraßen wurden, wurden die vier Lagertore markiert. Somit war Länge und Breite des Lagers gegeben.

Parallel zu Cardo maximus und Decumanus maximus vermaß der Trupp die sogenannten Cardines und Decumani, welche als weitere Lagerstraßen das Kastell in längliche [striges] und breitrechteckige Felder [scamna] aufteilten. Die Plätze, an denen später die Dienstgebäude erbaut werden sollten, wurden mit Fahnen markiert und mit Speeren die Stellen der zu errichtenden Kasernen. Nun konnten die Soldaten mit dem Bau des Lagers beginnen.
 

 


 

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