Die "Numeri" blieben im Gegensatz zu den
Alen und
Kohorten immer in
der gleichen Provinz stationiert. Ständig wurden sie
auch an der
gleichen Stelle eingesetzt, weil sie, um ihre Aufgabe
erfüllen zu können, eng mit der jeweiligen Gegend
vertraut sein mussten. Die Numerussoldaten - meistens
Stammesmitglieder einer bestimmten Völkerschaft - waren "peregrini"
(Fremde) ohne römisches Bürgerrecht und standen unterhalb der
Soldaten von Alen- und Kohorten. Erst gegen Ende des 2. und
im 3. Jh. n. Chr. erhielten Sie nach und nach
das römische Bürgerrecht.
Die
Numeruskastelle, deren
Aussehen uns neuere Ausgrabungen im Odenwald gezeigt
haben, besaßen eine Größe von 0,6 bis 1,0 ha.
In den späteren Epochen des Limes gab es gelegentlich
größere Numeruskastelle wie
Niederbieber.
Jeweils zwei
Kasernen mit 9 Zeltgenossenschaften fassten rechts und
links das in der Mitte des Lagers befindliche
Stabsgebäude [principia] ein. Speicher, Ställe und
Schuppen befanden sich im vorderen Teil des Kastells.
Wie die größeren
Kastelle und Legionslager besaßen die Numeruskastelle
4 Tore. In den beiden längeren Seiten der rechteckigen
Umwehrung befanden sich die beiden Seitentore "Porta
principalis dextra" [rechtes Seitentor] und "Porta
principalis sinistra" [linkes Seitentor]. Verbunden
waren diese Tore durch eine Querstraße, welche an der
Front des des Stabsgebäudes in der Mitte des Lagers
vorbeiführte. Deshalb wurde diese Straße "Via
principalis" genannt.
Im rechten
Winkel zur "Via principalis" ging vom Eingang des
Stabsgebäudes eine weitere Straße aus, die "Via
praetoria". Sie führte zum Haupttor, das "Porta
praetoria" genannt wurde. Das Tor auf der
gegenüberliegenden Seite hieß "Porta decumana".