|

Rekonstruktionszeichnung des Kleinkastells
Burgus bei Burgsalach
1. Kleinst- und Kleinkastelle
1 |
2
Neben den
Kohortenkastellen mit etwa 500 Mann
Besatzung, gab es noch die
Kleinkastelle. Dieses war
in der Regel mit
einer Zenturie [etwa 80 - 100 Mann] besetzt..
Wie die Kleinstkastelle befanden sie sich in unmittelbarer
Nähe zum Grenzwall, während die
Kohortenkastelle meist etwas zurückversetzt waren.
Eine Besonderheit
am rätischen Limes stellt das Kleinkastell "Burgus"
bei Burgsalach wegen des halbkreisförmigen Vorhofes
dar.
Diese Bauwerksart ist einmalig am gesamten
obergermanisch - rätischen Limes. In vergleichbarer
Form ist diese nur noch in Nordafrika zu finden. Dort
werden solche Kleinkastelle in Inschriften als "centenaria"
bezeichnet, das heißt eine Unterkunft für eine
Hundertschaft.
Die Kleinkastelle
besaßen eine Größe von etwa
0,2 ha. Im Inneren befand sich eine Mannschaftsbaracke.
Im Unterschied zum Kleinstkastell besaßen sie zwei Tore.
Die Kantenlängen
reichten von 20 x 20 m bis 40 x 60 m. Die Besatzung
von derartigen Kleinkastellen unterstanden wohl dem
nächstgelegenen Kohortenkastell und seinem
Kommandanten. Ihre Aufgabe bestand darin,
Lücken in der Grenzüberwachung zwischen den größeren
Kastellen zu schließen. Von den Kleinkastellen aus
wurden die Limesübergänge überwacht, die
Wachtturmbesatzungen ausgewechselt und die
Grenzstreifen eingesetzt. In friedlichen Zeiten hieß
dies Personen- und Warenkontrolle, in kriegerischen
Zeiten wurden hier Verstärkungen zusammengezogen.
|