Limesanlagen 12d | 13 | 14

   
 
Limestour: Limesanlagen - Kleinstkastelle


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Rekonstruktionszeichnung eines Kleinstkastells

Rekonstruktionszeichnung eines Kleinstkastells

1. Klein- und Kleinstkastelle 1 | 2

Direkt am Limes - hauptsächlich am obergermanischen Limes - lagen die Kleinstkastelle, die wohl zusammen mit dem Ausbau des Limes mit Wall und Graben zu Beginn des 3. Jahrhunderts n. Chr. errichtet worden waren. Sie besaßen im Gegensatz zu den Kleinkastellen nur ein Tor, das dem Limes zugewandt war - siehe die Rekonstruktionszeichnung. Im Inneren lehnten sich die Unterkunftsgebäude aus Holz hufeisenförmig an die Außenmauer an. Sie waren in mehrere Räume aufgeteilt und waren um einen gepflasterten Innenhof mit einer Feuerstelle angelegt.

Ein solches Kleinstkastell wurde bei Welzheim ausgegraben und konserviert [Rötelsee], und gibt eine sehr schöne Vorstellung vom Aussehen dieser Anlagen. Möglicherweise standen sie in regelmäßigen Abständen am Limes. Sie sind bislang nur am Obergermanischen Limes nachgewiesen.  

Die Aufgabe dieser kleinen Lager mit 10 - 20 Mann Besatzung ist nicht gesichert. Möglicherweise gehörte zu ihrem Aufgabenbereich die Überwachung und Sicherung der Grenze oder sie dienten als Zollstationen. In der Nähe größerer Kastelle dienten sie gelegentlich als Unterkünfte für die Wachmannschaften der Türme. Somit wurden die sonst täglich notwendigen An und Abmärsche zu den Wachtposten verringert. Der Wachtdienst am Limes wurde nämlich von den Kastellen aus versehen.

Gelegentlich wurden Kleinstkastelle auch als Feldwachen bezeichnet oder gar mit Bezeichnungen von Türmen versehen wie das bei Ebnisee [WP 9/117]. Somit nahmen die Kleinstkastelle eine Art Zwischenstellung zwischen den Limestürmen und den Limeskastellen ein.

Erbaut wurden alle Kleinstkastelle nach einem einheitlichen Schema: Sie waren von einem Spitzgraben bis zu 2 m Breite umgeben. Dieser Graben war vor dem Tor durch eine Erdbrücke unterbrochen. Vermutlich gehörten zwei Gruben im Bereich der Erdbrücke zu deren Verriegelung. Die Mauern - knapp 1 m breit - wurden innen von einer Pfostenreihe begleitet. Diese Reihe gehörte zu einem Wehrgang. Dieser war vorne auf der Mauer aufgelegt und durch Pfosten nach hinten gestützt.

Im übrigen spielte sicher die beherrschende Lage auf einer Anhöhe mit weitem Einblick in das Freie Germanien und mit einem vorzüglichen Überblick nach Norden eine entscheidende Rolle für die Anlage des Kleinkastells bei Welzheim.
 

 


 

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