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Limestour: Limesanlagen - Steintürme


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Steinturm der letzten Ausbauphase

© Bildquelle: Dr. D. Wolf
Museum Butzbach

Obergermanischer Limes - Steinturm der letzten Ausbauphase
Zeichnung: Dr. Dieter Wolf, Museum Butzbach


Besuch in einem Wachtturm

Wir kommen mit den Männern ins Gespräch. Einen ganzen Tag lang, so erzählen uns die zwei Soldaten, die gerade mit der Zubereitung einer Mahlzeit beschäftigt sind, müssen sie hier oben bleiben und sich gegenseitig ablösen. Auch die Ersatzleute haben ihre Rüstungen nicht abgelegt, nur ihre Speere und Schilde haben sie beiseite gelegt.

Sie erzählen uns weiter von ihrem recht eintönigen Dienst hier: "Die Zeit vergeht recht langsam mit dem Wachtdienst im Obergeschoss des Turmes. Vor dem Grenzwall spielt sich so gut wie nichts ab. Wenn Germanen kommen, um mit uns Römern Handel zu treiben, benutzen sie den Grenzübergang. Dennoch müssen wir wachsam sein. Gerüchteweise haben wir von germanischen Räuberbanden gehört, die anderswo versucht haben, die römische Grenzlinie zu durchbrechen. Hier ist es, den Göttern sei Dank, ruhig, fast zu ruhig." Ob das die Ruhe vor dem Ansturm germanischer Völker ist, fragen sich die Soldaten hier manchmal.

Ein wenig Abwechslung bringen nur die patrouillierenden Posten auf ihren Pferden oder zu Fuß. Mehr Ablenkung und Zeitvertreib bringt das Zubereiten des Essens und das Würfelspiel. Sie alle seien leidenschaftliche Spieler, so erzählen sie uns, Spieleinsatz seien Geld und andere Wertgegenstände. Sie freuten sich schon auf den Dienst im Kastell und den Besuch des Bades.

Über eine Leiter gelangen wir weiter in das Obergeschoss des Turmes. Zwei Männer halten hier Ausschau ins "feindliche" Land. Von der Galerie aus haben wir eine weite Aussicht vor allem nach Norden in die Ebene der Wetterau. Auch die benachbarten Türme lassen sich sehr gut erkennen. Recht lange halten wir uns hier oben an diesem sonnigen Tag auf und genießen die Aussicht.

Nach einiger Zeit sehen wir von links und rechts je einen bewaffneten Soldaten kommen. Sie kehren von ihren Postengängen zurück. Beim Hinuntersteigen in das untere Stockwerk werfen wir noch einmal einen Blick in die Wohnstube des Turmes. Wir bemerken, dass die zwei Männer auf ihren einfachen Feldbetten für die Nacht vorschlafen, denn für den Dienst oben müssen sie besonders wachsame Augen haben. Einnicken oder Schlafen während der Dienstzeit wird schwer bestraft.

Ins Erdgeschoß werfen wir nur noch einen kurzen Blick. Es dient
als Lagerraum für Vorräte und Waffen.

Die Türme bilden untereinander eine Signallinie. Falls sich doch eine feindliche Truppe nähert oder gar die Grenze zu überschreiten versucht, werden von hier aus die Meldungen weitergegeben.

Die Soldaten verständigen sich bei Tag mit benachbarten Türmen und dem Kastell durch Rauchzeichen, Signalhörner und Fahnen, nachts durch Feuer von Fackeln. War es notwendig, die Zeichen durch mündlichen Bericht zu ergänzen, wurden Läufer zu den nächsten Türmen oder zum Lager geschickt.

 

 


 

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