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Kohortenkastell Alteburg - Arnsburg
Streckenabschnitt
4 - Hungen-Inheiden - Lang-Göns
Nördliche
Wetteraustrecke - Landkreis Gießen
Kohortenkastell Alteburg
Das
Kohortenkastell Alteburg lag am Schnittpunkt
mehrerer römischer Straßen. Es befand sich 1,5 km
hinter dem Limes und hatte eine Größe von 2,9 ha mit
den Seitenlängen von rund 185 x 160 m. Schon nach
den Chattenkriegen [83 bis 85 n. Chr.] des römischen
Kaisers
Domitian wurde es in Holz-Erde-Technik angelegt. Es bestand
bis zum Fall des Limes um 260 n. Chr.
Durch Grabungen
bekannt ist nur das später in Stein ausgebaute
Kastell, das mit Sicherheit
hölzerne Vorgängerbauten hatte [siehe oben], mit geringen Teilen
der Innenbauten. Zu ihnen gehören das
Stabsgebäude [Principia]
und ein daneben errichteter, kleiner Bau mit
Stützpfeilern, wahrscheinlich das Getreidemagazin.
Der ausgedehnte Baukomplex im vorderen Bereich wird
als das Wohnhaus des Kastellkommandanten angesehen.
Das Kastell wies
mit seiner Hauptfront nach Osten zum Pfahlgraben.
Die Wehrmauern aus vulkanischem Gestein wurden durch
Eck- und Zwischentürme verstärkt. Von den vier
Toren, die von je zwei Türmen flankiert wurden,
besaßen nur das Ost- und das Südtor zwei
Durchfahrten. Der übrige, heute unbebaute
Raum wurde von den hölzernen Mannschaftsbaracken
eingenommen.
Vor dem südlichen
Kastelltor, an der
wichtigen Straße nach Friedberg, lag das
Badegebäude
und erstreckten sich das
Lagerdorf [vicus] und die
Gräberfelder. Im Osten vor dem Kastell wurden Teile
eines Gebäudes aufgedeckt, das wohl ein dienstliches
Unterkunftshaus war [mansio].
Die erste
Besatzung der Garnison stellte die Cohors II
Aquitanorum equitata civium Romanorum. Als diese
dann nach
Regensburg verlegt wurde, bezog die Cohors
I Aquitanorum veterana equitata, die später in
Stockstadt bezeugt ist, Arnsburg. Welche Truppe
danach bis 260 n. Chr. im Kastell Arnsburg lag, ist
unbekannt.
Reste des Kastells kann man in der Wiese oberhalb
des Welsbaches mit der nördlichen Kastellmauer, der
abgerundeten nordwestlichen Kastellecke sowie dem
linken Seitentor, schwach ausmachen.
Im vorderen
Kastellbereich hatten die Benediktiner 1151 für ihr
neu gegründetes Kloster einen Kirchenbau begannen.
Bevor dieser jedoch vollendet werden konnte, wurde
die inzwischen den Zisterziensern übertragene Abtei
an den Ort verlegt, die das Kloster heute noch
einnimmt.
Sichtbare Spuren
des Limes finden sich danach erst am südöstlichen
Hang des Wettertales. Einen guten Überblick über das
Hardtfeld bot der Turm
WP 4/59
von 5,5 m
Seitenlänge der von den Römern aus sauber behauenen
Basaltsteinen in starkem Mörtelverband erbaut worden
war.
Von Westen passt
sich der Wanderweg kaum noch der Pfahltrasse an,
sondern verläuft in unterschiedlich großen Abständen
bald nördlich, bald südlich von ihr. Obwohl der
Limes auf dem folgenden Stück durch den Ackerbau
fast völlig eingeebnet worden ist, konnte die
Reichslimeskommission den Verlauf durch
Suchschnitte genau festlegen. Jeder Nachweis fehlt
jedoch für die hier mit größerem Abstand zueinander
angelegten Turmstellen, deren Standorte nur vermutet
wurden.
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