Lexikon - R

   
 
Limesprojekt: Wort- und Sacherklärungen


Karte

Der Limes

Limesanlagen

Limestour  

Lexikon

Römer

Weltkulturerbe

Internationale
Römertage
Aalen

 

Rätien

lateinisch Raetia: In schweren Kämpfen wurde 15 v. Chr. das Gebiet der Räter und Vindeliker von den Römern erobert. "Raetia et Vindelicia", die nach diesen beiden Stämmen benannte Provinz mit der Hauptstadt "Augusta Vindelicorum" [Augsburg], umfasste das Gebiet vom Alpenvorland zwischen dem Bodensee und Inn bis zu den westlichen oberitalienischen Seen und etwa vom St. Gotthard im Westen bis zum Brenner. Zu Rätien gehörten vom heutigen Staatsgebiet Österreichs Vorarlberg und Tirol westlich des Ziller- und Inntals.

Links:

Regnum Noricum

wurde um 200 v. Chr. gebildet. Es ist das erste nachweisbare staatliche Gebilde auf dem Gebiet des heutigen Österreich. Auf friedlichem Wege dürfte es von den Römern um 15 v. Chr. besetzt worden sein. Erst unter Kaiser Claudius [41 - 54 n. Chr.] wurde die römische Provinz Noricum eingerichtet. Sie umfasste den Bereich zwischen Donau, Wienerwald, der Ostgrenze der Steiermark, Save, Eisack und Inn. Hauptstadt der Provinz und Sitz der Verwaltung war Virunum auf dem Zollfeld. Unter Diokletian [284 - 305 n. Chr.] wurde die Provinz in Ufernoricum [Noricum ripense] und die südlich anschließende Provinz Binnennoricum [Noricum mediterraneum] geteilt.

Links:

Reichslimeskommission

Die Reichs-Limeskommission wurde auf Anregung des Historikers Theodor Mommsen 1892 in Berlin mit dem Ziel gegründet, den gesamten obergermanisch-rätischen Limes systematisch zu erforschen. Die Kommission bestand aus Wissenschaftlern und Laien, die sich für Geschichte interessierten. Für die praktische Arbeit wurde den Limes in 15 Strecken eingeteilt. Ehrenamtliche Streckenkommissare führten Ausgrabungen am Limes und in den Limeskastellen durch, deren Ergebnisse ausgewertet und veröffentlicht wurden. Die Forscher erfassten entlang der gesamten Limes-Strecke von ca. 550 km die Wachtürme und nummerierten alle. Dieses System wird heute noch von den Archäologen und auf den Limes-Karten verwendet.

Das Werk „Der Obergermanisch-Raetische Limes des Roemerreiches“ erschien im Auftrag der Reichs-Limeskommission 1894 bis 1937 in 14 Bänden. Die Ergebnisse, welche die Streckenkommissare aus den Geländebeobachtungen und Ausgrabungen gewonnen hatten, wurden in diesen Bänden veröffentlicht. Sie sind bis heute die Grundlage für die weiteren wissenschaftlichen Forschungen am Limes.

Ritter/Ritterstand

Der Ausdruck Eques ["Reiter", von lateinisch equus 'Pferd', Plural equites; oft als 'Ritter' übersetzt] bezeichnete im römischen Reich das Mitglied des ordo equester, eines mit besonderen Vorrechten ausgestatteten Standes [Ritterstand]. Er kam in der gesellschaftlichen Rangfolge nach dem Senatorenstand [ordo senatorius].

In der Frühzeit der Römischen Republik dienten die reichsten Bürger, die sich ein eigenes Pferd und die dazugehörige Ausrüstung leisten konnten, als Reiter im Heer. Ihre militärische Rolle verschwand später, die Equites blieben aber eine politisch herausgehobene Gruppe. In der späten Republik, als die Senatoren offiziell keine Handelsgeschäfte mehr ausüben durften, betätigten sich viele Equites wirtschaftlich, beispielsweise durch die Übernahme von Staatsaufträgen [publicani].

Für Equites war es im Gegensatz zu den plebeii einfacher, in politische Ämter zu gelangen, was mit einem Aufstieg in den Senatorenstand verbunden war. Personen, die als erste ihrer Familie in den Rang des Konsuls gelangten, wurden homines novi [Singular: homo novus, "neuer Mann"] genannt.

In der Kaiserzeit seit Augustus wurden die Equites zu einem klar abgegrenzten Stand mit einem Mindestzensus von 400.000 Sesterzen und Standesabzeichen [Ritterring, schmaler Purpursaum an der Tunica, angustus clavus genannt]. Angehörige des ordo equester übten herausgehobene Tätigkeiten in Verwaltung und Militär aus [nur die Spitzenpositionen blieben in der Regel den Senatoren vorbehalten].

Angehörige dieses Standes waren unter anderem: Marcus Tullius Cicero [der als homo novus Konsul wurde], Publius Vergilius Maro, Publius Ovidius Naso.

Daneben bestand die rein militärische Bedeutung des Wortes eques fort, das den Reiter einer Hilfstruppeneinheit oder Legion bezeichnen konnte.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Eques aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
 

 


 

Zur Homepage   Zur vorherigen Seite  

Zur nächsten Seite