© Bild: B. Efinger
Germanicum - Kösching - Meilenstein - 201 n. Chr.
Römerkastell Kösching - Germanicum
Wie Pförring war
Kösching ein Reiterkastell, welches das südlich der
Donau in 11 km Entfernung gelegene
Oberstimm abgelöst
haben dürfte. Hier in Kösching, dem ältesten und
größten militärischen Stützpunkt nördlich der Donau,
war nach einer Bauinschrift aus dem Jahre 141 n. Chr.
die Ala I Flavia Gemelliana stationiert, die
vermutlich hier blieb, bis das 4,3 ha große Lager den
anstürmenden Alamannen 242 n. Chr. zum Opfer fiel.
Ungewiss ist, ob es zerstört oder nur verlassen wurde,
jedenfalls zogen sich die Römer hinter die Donau
zurück.
Heute steht die Kirche
von Kösching höchstwahrscheinlich an der Stelle des
Lagerhauptgebäudes [Principia]. Nach einer
Bauinschrift aus dem Jahre 80 n. Chr., das Jahr, in
dem in Rom das Kolosseum fertiggestellt wurde,
erbauten die Römer unter Kaiser Titus hier ein erstes
Kastell als Holz-Erde-Konstruktion.
Im Heimatmuseum in der
Hauptschule ist die Kopie eines 2,20 m hohen
Meilensteines ausgestellt, dessen Inschrift
vollständig erhalten ist und den Stein auf 201 n. Chr.
datiert. 1984 konnte die Säule beim Neubau eines
Wohnhauses geborgen werden.