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© Bild:
B. Efinger
Jagsthausen -
Bauinschrift aus dem größeren Kastellbad
Der
Inschriftenstein aus dem Schutt des großen
Militärbades
um 200 n. Chr. belegt die Anwesenheit der Cohors I
Germanorum
Das Kohortenkastell
Wie archäologische
Zeugnisse aussagen, beginnt die römische Ansiedlung in
Jagsthausen mit der Gründung des Kastells um das Jahr
155 n. Chr. unter Kaiser
Antoninus Pius. Hier war für
über einhundert Jahre die "Cohors I Germanorum [equitata] civium Romanorum" zur
Grenzüberwachung stationiert, eine Einheit der
Hilfstruppen mit ca. 500 Soldaten. Zuvor hatte diese
Truppe im Kastell Bad Wimpfen im Tal gelegen. Dass die
Einheit auch Reiterei besaß, ist nicht belegt, jedoch
lässt die Größe des Kastells diesen Schluss zu.
Das
Kohortenkastell lag über dem Steilufer der Jagst, am
Ostrand des nach Süden flach geneigten Gleithanges in
einer Entfernung von nur ca. 400 m zum römischen
Grenzwall, auf den die Vorderseite des Kastells
ausgerichtet war.
Die
günstige Verkehrslage gab mit Sicherheit den Ausschlag
für die Erbauung des Kastells. Die von Bad Wimpfen
herkommende "Hohe Straße" zieht über den Rücken von
Kocher und Jagst, wobei sie vielfach der Wasserscheide
folgt. Sie wurde bereits in vorgeschichtlicher Zeit
benutzt.
Von
der 2,9 ha großen Kastellanlage (185 x 182 m) sind
nur geringe Reste archäologisch nachgewiesen worden,
oberirdisch sind keine Reste erkennbar. Große Teile
davon liegen geschützt in den Parkanlagen des Weißen
Schlosses und der Götzenburg. So sind sie bis heute
erhalten geblieben, ohne überbaut zu werden. Bekannt
sind das Südtor [porta principalis dextra] unter der
Hauptstraße und Zwischentürme der Nordseite.
Bauinschrift:
IMPPeratoribus
Lucio
SEPTIMIO SEVERO
PIO PERTINACI ET Marco
AUrelio
ANTONINO AUGGustis
ET GETA CAESari]
BALINEUM COHortis
I GERManorum
VETUSTATE DILABSUM A
SOLO RESTITUTUM EX PRECEPTO CAESONI RUFINIANI LEGato
AUGGustorum
Pro
PRaetore
CURA AGENTE IULIO
CLODIANO TRIBuno
COHortis
Supra
Scriptae
Den Imperatoren
Lucius Septimius Severus, dem Frommen, Pertinax und
Marcus Aurelius Antoninus, den beiden Augusti und dem
Caesar Geta das Bad der 1. Kohorte der Germanen, das
durch sein Alter baufällig war, ist von Grund auf
renoviert worden auf Befehl von Caesonius Rufinianus,
Statthalter [Propraetor] [von Obergermanien]. Die
Bauaufsicht hatte Iulius Clodianus, der Tribun der
obengenannten Kohorte.
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