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Pfahdöbel - WP 9/23

© Bild: B. Efinger

Spuren des WP 9/23 im Wald "Pfahldöbel"

Wenige Kilometer nördlich von Öhringen, westlich von Friedrichsruhe findet sich im Wald "Pfahldöbel" einer der besterhaltenen Abschnitte des vorderen Limes. Der Römische Grenzwall mit Graben ist hier auf 270 m Länge im Gelände bestens sichtbar.

Der Limesgraben war laut Grabungen der Reichslimeskommision 8 m breit und 2,5 m tief, der Erdwall an der Basis 9 m breit und 2 m hoch. Der Höhenunterschied zwischen Grabensohle und Wallkrone betrug 5 m.

E. Fabricius, der Erforscher des obergermanischen und rätischen Limes, war der Meinung, dass hier zur Römerzeit ein Musterbeispiel für den Ausbau des obergermanischen Limes geschaffen wurde.

Der Wald "Pfahldöbel" verdankt seinen Namen - ebenso wie der Ort Pfahlbach - diesem gut erhaltenen Limesstück. Erstmals im Jahr 795 n. Chr. erwähnt, ist Pfahlbach als Ausbauort der fränkischen Zeit anzusehen. Der Name, der von der germanischen Bezeichnung für den Limes "Pfahl" abzuleiten ist, lautete 795 und 1037 Pfalbach, 1357 Pfolbach, 1672 Pfahlbach. Die Ortschaft wurde unmittelbar hinter dem Limes angelegt.

Hier im Waldstück Pfahldöbel konnten 12 m südlich des Kärcherweges die Fundamentreste von WP 9/23 ausgegraben werden. Der Turm, der offenbar schon in einer ersten Bauphase, noch bevor Wall und Graben entstanden, errichtet worden war, bildete einen wichtigen Vermessungspunkt. Von hier blickte man in südlicher Richtung bis zum Sechseckturm von Gleichen, in Richtung Norden konnte man weit über das Pfahlbachtal hinaussehen.

Der Turm (3,75 x 3,75 m) mit einer Mauerstärke von 75 bzw. 90 cm liegt weitgehend im Erdwall. Die östliche Front ist nur 22 cm von der Mitte des Walls entfernt. Einen Meter hinter dem Wachtposten verlief der Begleitweg.

Nach den Berichten des Hohenloher Archivrats Christian Ernst Hanßelmann um 1770 war der Limes zwischen Westernbach und Pfahldöbel noch auf 2,5 km Länge erhalten.

Der Abschnitt Pfahldöbel ist bequem zu erreichen. An der Kreisstraße 2330 Westernbach-Pfahlbach befindet sich auf der Höhe ein Wanderparkplatz. Von hier aus folgt man 150 m der Straße nach Heuholzhöfe in westlicher Richtung in den Wald. Der "Pfahl" mit Hinweistafel ist nicht zu übersehen.
 

 


 

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