Hanau 20 | Erlensee-Rückingen 1 | 2

   
 
Obergermanischer Limes - Erlensee-Rückingen - Marköbel


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Kastellbad Erlensee-Rückingen

Kastellbad Rückingen

© Bild: B. Efinger

Streckenabschnitt 5 - Großkrotzenburg - Marköbel
Östliche Wetteraustrecke - Südteil - Main-Kinzig-Kreis

Steinkastell "Altenburg" mit Badegebäude

Dicht vor dem Kohortenkastell Rückingen überquerte der römische Grenzwall die Kinzig. Unmittelbar hinter der Linie führte eine römische Holzbrücke über den Fluss.

Entdeckt wurde die steinerne Umwehrung des Kastells bei Grabungen des Hanauer Geschichtsvereins im Jahr 1883. Eine Kohorte von 500 Mann bildete die Besatzung der 2,5 ha großen Militäranlage, die erst zwischen 110 und 125 n. Chr. entstand und das Kastell Salisberg ersetzte.

Die Cohors III Dalmatorum pia fidelis sollte in Rückingen vor allem einen Limesübergang über die Kinzig überwachen. Diese Einheit aus Bewohnern Dalmatiens blieb bis zum Fall des Limes um die Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. in Rückingen. Heute ist die Kastellfläche vollständig mit Wohnhäusern überbaut.

In Teilen seiner Grundmauern wurde das Badegebäude des Kastells wieder hergestellt. Es lag 48 m vor dem Südtor des Kastells. 1802-1804 ließ Fürst Karl von Isenberg-Birnstein das Bad ausgraben, wobei die wichtigsten Grabungen erst später durch den Hanauer Geschichtsverein erfolgten.

Etwa 300-400 m südwestlich des Kastells erstreckte sich das Gräberfeld des Kastells zu beiden Seiten der heutigen Bundesstraße. Da die Römer ihre Gräber gerne an Straßen anlegten, ist es sehr  wahrscheinlich, dass dieser Abschnitt der Bundestrasse auf eine römische Straße zurückgeht.

Wie bei jedem Kastell entwickelte sich auch hier ein ausgedehntes Lagerdorf, in dem auch das Badegebäude stand. Außerdem befanden sich in dem Kastelldorf eine Ziegelei und eine Mithraskultstätte, deren Kultbild 1950 bei Grabungen zu Tage kam.

Eine Projektion des Kastells Rückingen auf Hochhausflächen ist eines von vielen Projekten im Main-Kinzig-Kreis, um dem "Obergermanisch-Rätischen Limes" einen Platz in der Liste des Weltkulturerbes zu sichern.

Das Welterbe Limes wird auf dem Römerspielplatz mit sechs Limesinformations-tafeln aufgewertet. Ein kleiner überdachter Informationsstand wird dabei zum zentralen Anlaufpunkt. Die Themen der Tafeln orientieren sich an der örtlichen Umgebung: Die römischen Provinzen und ihre Bewohner, das Welterbe Limes, das Kastell und seine Geschichte, das römische Badewesen und römische Spiele für Kinder und Erwachsene. 

 

Darüberhinaus  wird in den kommenden Monaten im Einklang mit dem Hessi-schen Limesentwicklungsplan der hier nicht mehr sichtbare Limes mit zahlrei-chen Maßnahmen wie Beschilderungen, Bodenmarkierungen und Bepflanzungen visualisiert und künftig als zentrales Gestaltungs- und Verbindungselement von Norden nach Süden in der Gemeinde wahrnehm- und erlebbar. Eine Pufferzone entlang des Limes wird von Bebauung freigehalten, um die im Boden befind-lichen Denkmäler nachhaltig zu sichern.  

Im Heimatmuseum "Wasserburg" (1569) können Fundstücke aus dem Kastell  besichtigt werden.

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